Happy Birthday Schweiz…

Heute, am 1. August, feiert die Schweiz ihren 727. Geburtstag. Eigentlich ein stolzes Alter wenn man bedenkt, was dieses 41’285 km2 grosse Land in seiner Vergangenheit schon alles erlebt hat, erleben musste – und leider wohl in Zukunft noch wird erleben müssen. Ich neige bestimmt nicht zur Schwarzmalerei und doch sorge ich mich – nicht unbegründet, was die kommenden Jahre uns noch alles bescheren werden.

Mit stolzer Inbrunst wird heute wohl kaum einer „Trittst im Morgenrot daher“  singen, wenn man die Folgen des Klimawandels mit der momentanen Hitze- und Trockenperiode wirklich ernst nimmt. Und dieses Wetterphänomen, wo die Schweiz das letzte Mal im Jahre 2003 so arg darunter ächzte, wird sich in Zukunft wohl öfters wiederholen, als dass uns allen lieb ist. Und ja, dieses Problem ist hausgemacht – nicht von uns in der Schweiz allein, aber auch.

Mit meinen 55 Lenzen, die sich gerade vor wenigen Wochen einmal mehr jährten, habe ich viele Veränderungen hautnah miterleben dürfen, aber auch müssen. Und einige dieser sind mir – und gehen mir heute noch immer gewaltig gegen den Strich. Therorieerprobte Besserwisser mit ihren wohlklingenden Titeln von Hochschulen und ähnlichen Institutionen und Absolventen kostspieliger Weiterbildungsstätten, zwingen unserem Land so manchen Blödsinn auf, der sich später in der Praxis als völlig unnütz und absolut verzichtbar herausstellt. Vielmehr gilt dann bei diesen doch die Tatsache, man hat teures Geld verpulvert, um in seinem Curriculum Vitae eine weite, wertvolle Trophäe aufzulisten.

Vielmehr würde ich mir wünschen, dass all die Menschen in unserem Land, die sich dazu berufen fühlen unsere Heimat in irgendeiner Form zu lenken, ausschliesslich zukunftsorientiert denken. Nicht nur was heute gerade wichtig ist, sondern was Morgen essentiell und vor allem nötig sein wird? Also nicht kleinkarriertes Schemadenken, sondern Weitsicht und Sachverstand für die Zukunft unserer Nation. Und nein, nicht weil wir bloss ein „kleines“ Land sind, dass wir vor den grossen Nationen und deren Lenkern kuschen, sondern uns mit gutem Recht hinstellen und unsere Standpunkte vertreten – notfalls auch darauf beharren. Denn die Schweiz ist zu dem geworden, was sie heute ist, ohne irgendwelche fremde Mächte, die uns jetzt oftmals als kleine dumme Schuljungen hinstellen. In naher Zukunft wird mir der Stoff solcher Themen noch genügend Möglichkeiten bieten, ausführlich darüber zu schreiben.

Der diesjährige Geburtstag der Schweiz wird – vor allem im Bezirk Dietikon, eher zu einer Tristesse. Nebst dem generellen Feuerwerksverbot, werden auch dieses Jahr mehrheitlich lokale Politiker die 1. August-Reden halten. Einige jedoch nicht in der Stadt oder Gemeinde, wo sie politisch aktiv und gewählt worden sind. Die Frage nach dem „warum“ ist hier doch legitim. Denn der Begriff „Volksvertreter“, was ein kommunaler Politiker nun mal ist, sollte doch gerade an einem solchen Tag die Gelegenheit nutzen, mit seinen Wählern in Kontakt zu treten. Aber vielleicht sind es blauäugige Wahlversprechen, die sich nun – wie so oft und keine wirklich neue Tatsache, nicht in die Tat umsetzen lassen, was dazu führt, lieber vor „fremden“ Menschen zu sprechen, als vor denen, die letztenendes auch deren Gehalt finanzieren.

Der diesjährige 1. August mit einem generellen Feuer- und Feuerwerksverbot sollte uns allen in dieser beunruhigenden Trockenperiode zu denken geben, was letzten Endes wirklich dazu führte. Es ist in gewisser Weise unser aller Anspruch nach dem „Höher, Schneller, Weiter, Besser, Teurer“, für den wir nun alle abgestraft werden. Denn wir sollten eines nicht ausser Acht lassen, der Planet Erde ist nicht einfach nur eine Materie die mit sich machen lässt, was manch ein selbstherrlich, theorieerprobter Besserwisser so alles möchte. Und würden Sie sich pausenlos ins Gesicht schlagen lassen, ohne sich zu wehren? Ich würde es nicht tun.

Also übernehmen wir alle gemeinsam mehr Verantwortung für unser Zuhause und überlegen uns in Zukunft zwei Mal, was für jeden Einzelnen von uns nötig und notwendig ist.

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Schweiz – denn ohne Dich schaffen wir es wirklich nicht.

 

 

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